Strohwitwer sein klingt lustig …

Freitag, Juni 30, 2017

… aber ich bin kein Freund davon!

Nun habe ich zur Zeit gerade einige Tage das zweifelhafte Vergnügen diese ohne meine über alles geliebte Ehefrau zu verbringen. Ich merkte ziemlich schnell es ist jetzt nicht sehr erstrebenswert seine Zeit ohne den Menschen den man liebt und mit dem man seit Jahren zusammen lebt zu verbringen.

Die erste Nacht fing schon mit Schwierigkeiten beim Einschlafen an, das relativ einsame Aufwachen war jedoch noch komischer. Zum Glück haben die Katzentiere inzwischen einen eigenen Schlüssel und nutzen die neue Katzenklappe nach belieben anstatt wie früher extrem früh am Morgen lautstark Auslass oder/und Einlass und Frühstück zu verlangen.

Trotzdem merke ich einer Änderung an ihrem Verhalten, sie sind extrem anhänglich und ständig suchen sie die Nähe zu mir. In der zweiten Nacht hat es durchgehend geregnet, trotzdem wurde die Klappe sehr häufig genutzt, der Kater ging oft nur raus vor die Tür und jaulte auf der Terasse lautstark nach unserem Frauchen.

Da waren wir beide nun heute Vormittag unter dem Vordach, der nasse Kater lag auf meiner vorher trockenen Hose und wurde gekrault und ich hatte nicht übel Lust den Regen anzujaulen und meiner getrübten Stimmung freien Lauf zu lassen. Die Katze hatte inzwischen meinen Schreibtisch erobert, schlief friedlich auf meinem Notebook und später merkte ich es gab keine Stelle ohne Katzenhaare mehr im Home-Office.

Am zweiten Abend wollte Kater nicht mal mehr seine Lieblingswurst verspeisen, das tut er sonst jeden Abend, aber eben nur von Frauchen gereicht. Das erweckte zumindest in mir den Vorsatz am nächsten Tag auch endlich mal wieder eine warme Mahlzeit einzunehmen. Meine Mutter bestand dann darauf, mich am dritten Tag zu bekochen und ich verwarf meine Pizza-Pläne endgültig. Jetzt bin ich gesättigt, müde und durstig und ich brauche in diesem Jahr bestimmt kein Salz mehr, aber es hat mir geschmeckt und es war richtig endlich wieder zu essen. Nur morgens Kaffee und Honigbrot, beides sehr lecker, reichen eben nicht zu Erhaltung der Lebensqualität.

Auf jeden Fall machen mir solche Tage das deutlich, was ich von Anfang an wusste. Nach Jahrzehnten als glücklicher, freier und unabhängiger Single hatte ich die Richtige gefunden oder sie mich oder wir uns und wir rannten damals ja auch ziemlich schnell zum Standesamt. Ein Leben ohne meine geliebte Ehefrau wäre recht einsam, doof und wenig erstrebenswert denn ich liebe sie noch immer mindestens genauso wie damals vor der Ehe als wir uns kennen lernten.

Nun freue ich mich auf ihre baldige Heimkehr und auf das damit verbundene Gefühl der Vollständigkeit wenn ich nicht mehr allein aufwache und frühstücke. Dabei ist es mir völlig wurscht dass ich fast schon wie ein Spiesser denke, glücklich verheiratet sein ist mir viel wichtiger denn ich liebe meine Ehefrau.