Nun wurde Gott zu meinem Freund
Als ich mich im Mai 2017 darüber beklagte dass Gott mich ignorieren würde, würde ich ja nach einigen Wochen durch angeregten Austausch von Kommunikaten in Form von Mail eines Besseren belehrt. Damals dachte ich auch irgendwann, nachdem beide Seiten zufrieden waren (ich mit der Ware und er mit meinen Euros) und ich nichts mehr hörte, dieses Thema ist nun erledigt.
Aber hallo, heute trudelte nach langer Zeit wieder ein Kommunikat ein und landete prompt in meinem Spam-Filter.
Reflexartig sah ich den Absender des Kommunikates als Organisation mit der ich früher schon kommunizierte und Geschäfte machte und fügte ihn zu “meinen Freunden” im Spam-Filter hinzu.
Später wurde mir dann erst klar was ich damit tat, Gott ignoriert mich keineswegs, schickt mir gelegentlich Mails und steht nun in einer Liste meiner Freunde. Da kratzte ich mich kurz nachdenkend am Kopf und sagte “Wow, das ging ja fix”.
Natürlich bleibe ich meiner bisherigen Einstellung treu, ich werde nicht in der Osterzeit fasten oder mich vegetarisch ernähren und bin weiter nicht grundsätzlich gegen Abtreibungen. Aber was wollte er nun von mir?
Ich konnte mich beim Lesen des Kommunikates nicht des Eindrucks erwehren dass mein neuer “Freund” in erster Linie an weiteren Euros von meinem Konto interessiert ist. Wenn er denkt da sei noch was zu holen ist er wirklich nicht von dieser Welt.
Die damals so begehrten 0-Euroscheine wären wieder verfügbar. Ich bräuchte nur die gewünschte Anzahl melden, die Rechnung bezahlen, dann würde ich die Scheine kurzfristig erhalten.
Na ja, ich fand die Masche damals ja ganz lustig. Das Kommunikat trug in der Betreffzeile die Worte: “Gottes Liebe gibt es umsonst”. Da sind 0-Euroschein natürlich die Währung erster Wahl. Aber ich finde wir hatten unseren Spaß und nun wird es langweilig.
Aber trotzdem war es schön mal wieder von dem Herrn zu lesen, so ein Kommunikat von Zeit zu Zeit gibt mir ja auch ein gutes Gefühl. Einfach das beruhigende Gefühl ich müsse mir um meinen neuen “Freund” keine Sorgen machen, der geht auch in hohem Alter weiter seinen Geschäften nach,
Dass Gott mal in meinem Spam-Filter gefunden wird hätte ich früher übrigens auch nie gedacht, das Leben hat wohl noch so manche Überraschung zu bieten.