Optimale Nutzung von Hilfsmitteln
Die Kassenpatienten haben es nicht leicht. Gerade in Bezug auf Hilfsmittel ist nicht gerade alles was man braucht auch einfach so erhältlich. Ich hatte ja früher auch die Vorstellung, dass ein vernünftiger Rollstuhl für 300,- bis 500,- Euro zu kriegen ist.
Das kann man aber vergessen, die Realität holte mich da schnell ein und sah dann völlig anders aus. Der genannte Preis ist schon richtig, aber nicht für einen passenden Rollstuhl, sondern nur für ein vernüftiges Sitzkissen. Für den dazu passenden Stuhl machen wir mal lieber eine Null dahinter, das ist dann realistischer.
Über weitere Hürden wie von einer Bewilligung der Kasse zur Kostenübernahme, der Suche nach einem fähigen Sanitätshaus als Lieferanten welches auch noch der Kasse genehm sein muss, die mühsame Auswahl des benötigten Zubehörs, sowie die Vermesserei, Anpasserei und Einstellerei schreib ich jetzt nicht. Diesen schönen Abschnitt überspringen wir heute einfach mal.
Genauso wie der vervenaufreibende Kampf mit den Schnittchen in der Arztpraxis. Bis der Text auf der Verordnung einer Beschreibung des und Begründung für das Objekt(s) der Begierde entspricht, ist schon mancher Erkrankte inzwischen verstorben. Auch das Thema könnte Seiten füllen, übrigens nicht nur in Bezug auf Hilfsmittel.
Aber dann, wenn alle Hürden genommen sind und das gute Stück geliefert, wieder abgeholt, richtig eingestellt und noch mal geliefert wurde. Ja dann will der Patient da praktisch nie wieder runter, ab liebsten 24 Stunden Gebrauch denkt er.
Klar, das würde zumindest die sauteure Versorgung zu Lasten der Solidargemeinschaft besser rechtfertigen. Aber das geht nicht. Der Patient muss z.B. gelegentlich schlafen, Duschen oder seinen Darm entleeren. Alles Dinge die im Rollstuhl weder besonders gut zu verrichten noch diesem bzgl. Lebensdauer besonders zuträglich sind.
Und es geht doch! Ich habe da zufällig einen relativ einfachen Weg gefunden damit mein Rollstuhl fast 24 Stunden am Tag genutzt wird.
Das Hilfsmittel wird einfach in der Familie geteilt und nicht nur von mir exklusiv benutzt.
Ich sitze eigenlich den ganzen Tag darin. Aber sowie ich in das Bettchen verschwinde macht es sich ein Katzentier darauf für die Nachtruhe gemütlich. Wenn ich morgens den Rollstuhl wieder benutzen will, dann tauschen wir einfach die Plätze.
So werden Rollstuhl und Bett optimal genutzt, war ja auch beides teuer. Die Dinge werden geteilt, aber alles bleibt in der Familie.