Beschissene Hilfsmittelversorgung

Sonntag, März 24, 2019

Letzten Monat stellten wir während der Benutzung unseres Patientenlifters einige Veränderungen fest. Der Akku musste in immer kürzer werdenden Abständen geladen werden und die Ladedauer war erheblich länger geworden. Meine über alles geliebte Ehefrau und ich kamen zu der gleichen Diagnose, der Akku war hin und musste erneuert werden.

Da es sich bei dem Gerät um ein Hilfsmittel mit Eigentumsvorbehalt der Krankenkasse handelt blieb also nur der Weg über einen Versorger der mit meiner Kasse abrechnen durfte. Da kam ich Idiot leider nur auf die Idee, den Versorger zu kontaktieren, der das Gerät damals lieferte. Ich rief also bei besagtem Sanitätshaus an und schilderte unsere Beobachtungen.

Wer jetzt beim Lesen denkt, die schickten oder brachten einfach einen neuen Akku, der ist völlig weltfremd. Dieser Versorger hatte sich bisher wenig mit Ruhm bekleckert, ich war aber immer noch so naiv zu glauben, einen Akku der nur gesteckt wird, das kriegen sogar diese Leute in den Griff. Aber ich hätte es besser wissen sollen, bei denen muss ja sogar ein Rolli-Kissen fachgerecht durch einen Techniker montiert werden (man nennt das eigenlich drauflegen).

Eine freundliche Dame erklärte mir, das müsse nun erstmal begutachtet, der Akku müsse getestet und an entsprechenden Diagnose-Geräten gemessen werden. Vorher könne kein Ersatz-Akku bestellt werden. Wir verabredeten einen Termin an dem der Experte des Sanitätshauses den Schaden begutachten würde.

Das ganze Thema fing schon jetzt an, uns tierisch auf die Nerven zu gehen. Jetzt noch wieder die gewohnt nervigen Terminabsprachen. Der Akku-Guru würde am verabredeten Tag zwischen 09:00 und 16.00 Uhr kommen. Also wieder so ein Tag, wo man nichts richtig anfangen oder beenden kann, weil man ständig in Bereitschaft für den Besuch des Akku-Papstes vom Sanitätshaus war.

Dann war es endlich soweit, der freundlich Herr kam und lauschte unseren Schilderungen über den Akku. Der müsse dann wohl erneuert werden sagte er. Ich fragte was denn nun mit der angedrohten Diagnose wäre und wo die hochwertigen Messgeräte seien, ich bekam darauf die beliebte und erwartete Antwort: “Häh”.

Solche Ausrüstung hätte das Sanitätshaus nicht, er wusste auch nichts davon, dass er den Akku prüfen sollte. Auch wäre der Fall ja völlig eindeutig, er würde jetzt einen Akku bestellen und eine freundliche Dame würde sich wegen einem Termin melden sobald der angekommen sei.

Also wieder warten, aber nach einigen Tagen kam der versprochene Anruf. Das war Glück, oft machen die einfach Wareneingang und sagen es nicht den Kollegen. Dann muss ich nachfragen, die freundliche Dame fragt im Lager und es geht endlich zur Terminfindung.

Dann folgte wieder so ein blöder Bereitschaftstag mit Wartezeit und der Akku-Gott brachte das erwartete Teil. Jetzt könnte man denken, Ende gut, alles gut, aber mich kotzt das insgesamt an.

Hätte ich nicht die Gelegenheit gehabt, für drei Wochen den Akku mit einer Patientin zu tauschen, die den Patientenlifter für Notfälle hat und nicht für den täglichen Gebrauch, dann hätte ich die insgesamt drei Wochen wohl im Bett verbracht und würde immer noch am Dekubitus leiden.

Aber das geht diesem Versorger ja am Arsch vorbei, auch das er jetzt endgültig einen Kunden verloren hat!