Billig und unauffällig Verwandte entsorgen
Da habe ich doch letztes Jahr direkt in der ersten Reihe sitzend mitbekommen, dass auch der größte Teil meiner verbliebenen Verwandschaft genau das anstrebt und durchzieht, wenn sich seine Reihen lichten. Ich habe in der Tat einige Monate gebraucht um mir darüber klar zu werden ob ich das Geschehene hier in meinem virtuellen Tagebuch verarbeiten sollte. Aber ich merke immer stärker, ich muss das endlich mal ver- u. abarbeiten, sonst fange ich immer wieder an darüber nachzudenken.
Wenn ich früher öfter sagte, ich hätte eine schwere Kindheit gehabt, war das eigentlich mehr zum Spaß. Rückwirkend betrachtet war nicht alles schlecht und im Vergleich zu heute fand ich die Verwandten recht vernünftig. Dass die Verbliebenen sich inzwischen so entwickelt haben dass ich ihre Nähe kaum noch ertragen kann ohne ausfallend, handgreiflich oder gewalttätig zu werden hätte ich früher nie gedacht. Was ist in den letzten Jahren passiert das meine Wertschätzung der verbliebenen Verwandten so hat umschlagen lassen?
Es waren einmal Onkel und Tante, die lebten harmonisch in der Wohnung neben uns. Ich war schon länger krank, konnte mich aber immer auf den Onkel verlassen, also eine sehr große Hilfe. Rückwirkend glaube ich auch, dass genau die beiden sich damals am meisten gefreut haben wie meine über alles geliebte Ehefrau und ich zusammen kamen und heirateten. Vor einigen Jahren erkrankte dann der Onkel und segnete kurz darauf das Zeitliche. Blöd, da sind überall, vor allem in seinem Schädel, Dinge gewachsen und gewuchert, die dort eigentlich nicht hin gehören.
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2017, ein Jahr geht dem Ende zu
In wenigen Tagen ist das Jahr 2017 vorbei, wieder mal Zeit um zurück zu blicken was da eigentlich passiert ist in meiner Welt. Wie immer habe ich offiziell diese Zeit nicht, aber ich möchte es wieder tun. Was also brachte mir das Jahr 2017.
Also von einer Wunderheilung ist immer noch keine Rede, aber das war mir ja klar.
Trotzdem nehme ich auch viele Erkenntnisse aus 2017 mit die mir das Leben erleichtern. Ich habe dieses Jahr endgültig den Glauben an eine Änderung der politischen Verhältnisse verloren. Der Wähler in diesem Land ist zum großen Teil entweder völlig verblödet, total desinteressiert oder ein fieser Troll. Sonst müsste nach so vielen Jahren der Industrie- und Bankgesteuerten Lobby-Politik auch der letzte Hinterwäldler sein Kreuz mal an anderer Stelle gemacht haben.
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Eine Vorsorgevollmacht muss sein
Nachdem wir 2016 und 2017 hautnah erleben durften was alles davon ahängen kann haben wir mit notarieller Unterstützung relativ zeitnah dafür gesorgt dass uns im Ernstfall nicht ständig Steine vom
Steine ist dabei noch arg untertrieben, das war eher Geröll bzw. Felsbrocken was uns fast zwei Jahren richtig das Leben versaut hat.
Eigentlich fing es recht harmlos an, unsere Tante erlitt einen zweiten Schlaganfall der ihr ziemlich zusetzte. Nach dem ersten Schlaganfall waren hauptsächlich motorische Ausfälle geblieben aber aus meiner Sicht wird der Gebrauch von Beinen und Armen ja eh überbewertet.
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Strohwitwer sein klingt lustig …
… aber ich bin kein Freund davon!
Nun habe ich zur Zeit gerade einige Tage das zweifelhafte Vergnügen diese ohne meine über alles geliebte Ehefrau zu verbringen. Ich merkte ziemlich schnell es ist jetzt nicht sehr erstrebenswert seine Zeit ohne den Menschen den man liebt und mit dem man seit Jahren zusammen lebt zu verbringen.
Die erste Nacht fing schon mit Schwierigkeiten beim Einschlafen an, das relativ einsame Aufwachen war jedoch noch komischer. Zum Glück haben die Katzentiere inzwischen einen eigenen Schlüssel und nutzen die neue Katzenklappe nach belieben anstatt wie früher extrem früh am Morgen lautstark Auslass oder/und Einlass und Frühstück zu verlangen.
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2016, ein Jahr geht dem Ende zu
In wenigen Tagen ist das Jahr 2016 vorbei, Zeit um zurück zu blicken was da eigentlich passiert ist in meiner Welt. Obwohl, nö, eigentlich habe ich diese Zeit nicht, aber ich möchte es tun. Was also brachte mir das Jahr 2016.
Also von einer Wunderheilung konnte noch keine Rede sein, aber das war mir schon länger klar und das hab ich nicht unbedingt erwartet.
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An einem einsamen Schreibtisch Zahnbruch erlitten
Schon vor einiger Zeit teilte mir meine von mir über Alles geliebte Ehefrau mit, mein Atem erwecke den Eindruck einer Zahnerkrankung. Das letzte mal Zahnweh lag schon lange zurück, Weihnachten 2015 zwackte es rechts oben, ein Sprühstoß Sativex genau dahin hat das allerdings schnell beendet. Kürzlich aber merkte ich am letzten Backenzahn oben rechts eine recht unpraktische und nicht vorgesehene seitliche Öffnung in der sich Speisereste verstecken wollten.
Ich fing also schon vor einiger Zeit an mich mit dem Gedanken an den baldigen direkten Kontakt mit einem Zahnarzt abzufinden, eine Aktion die mir sehr aufwendig und wenig attraktiv erschien. Mir war aus der Vorgeschichte des Backenzahns allerdings klar, das sollte man nicht ewig aufschieben. Der hinterste Zahn hing da ziemlich einsam rum, der Zahn davor wurde ja schon vor Jahrzehnten gezogen. Vor wenigen Jahren wurde noch ein unter ihm liegender Weißheitszahn ausgegraben wobei er schon als Hebel missbraucht, beschädigt und verfüllt wurde.
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Meine bessere Hälfte ist eben doch ein Teil von mir
Juhu, es ist Sommer. Ich bin gut versorgt, habe alles was ich brauche, sogar ein paar Tage Urlaub, aber irgendwie ist gerade alles anders.
Ja klar, es ist ruhig und friedlich aber meine über Alles geliebte Ehefrau ist nicht da sondern einige Tage unterwegs.
Ich habe geschlafen wie immer, gegessen wie immer und meine Havanna genossen. Die Tiere haben gegessen wie immer, geschlafen wie immer und sind friedlich. Aber sie warten auf ihr Frauchen. Sie sind immer in Hörweite, kommen wenn Stimmen zu hören sind oder sitzen auf der Terrasse und glotzen in das leere Carport.
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